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	<title>Werbewahn &#187; zucker</title>
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	<description>Wahnsinn aus der Welt der Werbung</description>
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		<title>Die Zucker-L&#252;ge &#8211; damit f&#252;ttern wir unsere Kinder!</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Mar 2008 16:02:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Phillip</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grauenhaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[fruchtzwerge]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schon seit Jahren gang und g&#228;be in der Werbung, gute Seiten zu unterstreichen und schlechte mal eben unter den Tisch zu kehren. Das ist uns Konsumenten zum Teil auch bewusst und wir leben damit trotzdem ganz gut. Doch wie bei allen fragw&#252;rdigen Praktiken wird auch hier die Grenze immer wieder &#252;berschritten. Die Rede ist hier von Kindernahrung. Die Liste an Beispielen ist nahezu endlos, aber eines m&#246;chte ich ganz besonders unter die Lupe nehmen: <a href="http://www.fruchtzwerge.de/">FruchtZwerge</a>.</p>
<p><a href="http://werbewahn.net/2006/12/14/l-casei-immunitass-defensis/">Wie</a> <a href="http://werbewahn.net/2007/03/26/actimel-schlaegt-wieder-zu/">schon</a> <a href="http://werbewahn.net/2007/06/15/die-pflanzliche-gesundheit/">so</a> <a href="http://werbewahn.net/2007/07/24/schon-wieder-actimel/">oft</a> <a href="http://werbewahn.net/2007/10/14/ueberall-bakterien-und-meine-kinder-mitten-drin/">hier</a> (das sind f&#252;nf Links!) bekommen auch hier wieder die Herrschaften von <a href="http://www.danone.de/">Danone</a> ihr Fett ab. Konkret geht es um die neue Marketingkampagne um die FruchtZwerge. Da lautet der besch&#246;nigende Slogan: &#8220;Aus Frischmilch + feinst p&#252;riertem Obst + S&#252;&#223;e aus Fr&#252;chten.&#8221;</p>
<p>Man packt haufenweise Schlagw&#246;rter hinein, die den Eltern suggerieren, ihren Kleinsten etwas unglaublich Schmackhaftes und obendrein noch Gesundes zu servieren. Milch ist bekannt daf&#252;r, nicht ungesund zu sein, so auch Obst. Aber was verbirgt sich hinter der dubiosen Formulierung &#8220;S&#252;&#223;e aus Fr&#252;chten&#8221;? Mit etwas Graben findet man einen <a href="http://www.fruchtzwerge.de/index.php?rubrik=wissenswertes">Hinweis darauf auf der Homepage der Fruchtzwerge</a>. Die Seite l&#228;sst sich leider nicht direkt verlinken. Wer interessiert ist, m&#246;ge sich durch das Navigationsmen&#252; auf der linken Seite qu&#228;len. Unter Fruchtzwerge -&gt; S&#252;&#223;e aus Fr&#252;chten findet man entsprechende Informationen.  Dort liest man folgendes:</p>
<blockquote><p>&#8220;<span>Traubenfruchts&#252;&#223;e ist ein Dicksaft, der aus reifen Trauben gewonnen wird. Er besteht haupts&#228;chlich aus Wasser, Fruchtzucker und Traubenzucker. Traubenfruchts&#252;&#223;e 		verf&#252;gt &#252;ber eine ganz besondere S&#252;&#223;kraft.&#8221; (Quelle: <a href="http://www.fruchtzwerge.de/">fruchtzwerge.de</a>)</span></p></blockquote>
<p>Traubenfruchts&#252;&#223;e ist also nichts anderes als Zuckerwasser, und zwar mit soviel Zucker, dass es schon dick wird! Weiters liest man an gleicher Stelle:</p>
<blockquote><p>&#8220;Zucker ist nicht gleich Zucker</p>
<p>Kristallzucker, Milchzucker, Traubenzucker, Fruchtzucker<br />
&#8230; Worin liegt der Unterschied?</p>
<p>Milch und daraus hergestellte Lebensmittel enthalten von Natur aus Milchzucker. Milchprodukte mit Fr&#252;chten oder auch ein selbst gemischter Naturjoghurt mit Fr&#252;chten enthalten au&#223;erdem Traubenzucker und Fruchtzucker.</p>
<p>Den meisten Milchprodukten wird Kristallzucker zugesetzt. Anders bei FruchtZwerge: Sie werden mit Traubenfruchts&#252;&#223;e ges&#252;&#223;t.&#8221;</p></blockquote>
<p>Bitte was? Gerade liest man noch &#8220;Worin liegt der Unterschied?&#8221; und bekommt allerdings die Antwort auf die Frage &#8220;Worin kommt welche Art von Zucker vor?&#8221; Auf die eigentliche Frage wird &#252;berhaupt nicht eingegangen. F&#252;r die Politik w&#228;re Danone auf jeden Fall bestens ger&#252;stet! Hier endet erstmal die Suche nach Antworten. Aber ich gebe noch nicht auf. Also auf zu unserer Online-Enzyklop&#228;die Wikipedia. Dort k&#246;nnen wir etwas Licht in die Sache bringen.</p>
<p>&#220;ber <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zucker">Zucker</a> wei&#223; man auch hier, dass es <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zucker#Zuckersorten">verschiedene Sorten</a> gibt. Die Aufz&#228;hlung ist sogar recht umfangreich wie ich finde. Auch &#252;ber Fruchtzucker ist einiges zu lesen, unter anderem das hier:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die negativen Effekte der Fructose auf die Gesundheit sind nicht zuletzt darauf zur&#252;ckzuf&#252;hren, dass rund ein Drittel der Bev&#246;lkerung Fructose nur schlecht aufnehmen kann. Der nicht resorbierte Zuckeranteil f&#252;hrt in der Folge zu vermehrten Bakterienwachstum im Darm, was wiederum zu einer chronischen Immunstimulation und damit zu Insulinrezeptorresistenz f&#252;hrt. Auf diese Art wird die angeblich â€žbessereâ€œ Toleranz bei Diabetikern langfristig wieder zunichte gemacht. Fructose ist somit bei einem Drittel der Bev&#246;lkerung als â€ždiabetogenâ€œ anzusehen und nicht nur f&#252;r den Diabetiker kontraindiziert, sondern auch f&#252;r die meisten Gesunden als gesundheitssch&#228;dlich anzusehen. Daher wird auch eine entsprechende Deklarationspflicht gefordert.</p>
<p>Nach Arbeiten der Gruppe um Richard J. Johnson, University of Ganesville, Florida, f&#252;hrt die Zufuhr von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fructose" class="mw-redirect" title="Fructose">Fructose</a> zum Anstieg der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Harns%C3%A4ure" title="Harns&#228;ure">Harns&#228;ure</a> (siehe oben), was wegen des Fehlens der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Uricase" title="Uricase">Uricase</a> bei den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hominiden" class="mw-redirect" title="Hominiden">Hominiden</a> deutlich ung&#252;nstigere Auswirkungen hat als bei z. B. Laborratten: Im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Endothel" title="Endothel">Gef&#228;&#223;endothel</a> ist eine verminderte Bioverf&#252;gbarkeit von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stickoxyd" class="mw-redirect" title="Stickoxyd">NO</a> festzustellen, was Versteifung der Gef&#228;&#223;wand bedeutet und damit einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arterielle_Hypertonie" title="Arterielle Hypertonie">Bluthochdruck</a> erkl&#228;rt. Da NO f&#252;r die Wirkung von Insulin am Insulinrezeptor verf&#252;gbar sein muss, besteht bei NO-Mangel eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Insulinresistenz" title="Insulinresistenz">Insulinresistenz</a>.&#8221; (Quelle: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fruchtzucker">Wikipedia</a>)</p></blockquote>
<p>Da wurde das Image der Fructose doch etwas angekratzt, obwohl diese von Danone so hoch gelobt wird auf seiner FruchtZwerge-Seite. Auch &#252;ber <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Traubenzucker">Traubenzucker</a> ist ein Artikel vorhanden. Allerdings wird dort nicht wirklich auf Probleme durch den Konsum hingewiesen. Es wird lediglich erw&#228;hnt, dass vom K&#246;rper bei ausreichendem Angebot an Dextrose aus dieser Fetts&#228;uren gebildet werden. Der Fall ist damit klar denke ich.</p>
<p>Danone behauptet au&#223;erdem, dass den Fruchtzwergen kein Kristallzucker zugesetzt werde. Was hei&#223;t das? Nach kurzer Suche zeigt sich, dass Kristallzucker, Rohrzucker und Saccharose dasselbe sind. Auch wenn ich auf die Schnelle bei Wikipedia keine Hinweise auf dessen Sch&#228;dlichkeit durch &#252;berm&#228;&#223;igen Konsum finden konnte, so sind diese doch weitgehend bekannt, aber er ist ja nicht drin, also hacke ich darauf nicht auch noch herum</p>
<p>Was ist jetzt aber wirklich das verwerfliche daran? Man hat doch nur eine in Massen sch&#228;dliche Substanz gegen eine andere in Massen sch&#228;dliche Substanz ersetzt. Das Problem dabei ist, dass in den K&#246;pfen der Leute Kristallzucker als Zucker verankert ist. Beim Wort Zucker denken sie sofort an einen Haufen wei&#223;er Kristalle. Jedoch ein Fruchtsaft gilt schon als gesund, dabei enth&#228;lt beispielsweise Traubensaft mehr Zucker als Cola. Wenn nun die hingebungsvolle aber unkritische Mutter die Regale im Supermarkt nach etwas Gutem f&#252;r ihre Kinder absucht, wird sie bei den FruchtZwergen mit allen n&#246;tigen Schl&#252;sselreizen versorgt, die eine gesunde Ern&#228;hrung suggerieren: Obst, Milch, kein Zucker! Ja richtig, kein Zucker! Es steht ja nichts von Zucker darauf. Dieser versteckt sind meist hinter Formulierungen wie &#8220;Kohlenhydrate&#8221; &#8211; die allgemein als wichtig f&#252;r die Ern&#228;hrung gelten &#8211; oder wie hier &#8220;S&#252;&#223;e aus Fr&#252;chten&#8221;.</p>
<p>Solche Euphemismen sind in der Werbung weit verbreitet.</p>
<blockquote><p>&#8220;Der <strong>Euphemismus</strong> (deutsch auch: Hehlwort, H&#252;llwort, Verh&#252;llung, Besch&#246;nigung) (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Latinisierung" title="Latinisierung">latinisierte</a> Form des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Sprache" title="Griechische Sprache">griechischen</a> <span class="polytonic" style="font-family: 'Arial Unicode MS','Palatino Linotype',Code2000,'New Athena Unicode',Gentium,'Athena Unicode'" xml:lang="grc" lang="grc">ÎµÏ…Ï†Î·Î¼Î¹ÏƒÎ¼ÏŒÏ‚</span>, von altgriechisch <em>euphemi</em> â€žsch&#246;nreden, besch&#246;nigenâ€œ) bezeichnet W&#246;rter oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Formulierung" title="Formulierung">Formulierungen</a>, die einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sachverhalt" title="Sachverhalt">Sachverhalt</a> besch&#246;nigend, verh&#252;llend oder verschleiernd darstellen. Euphemistische Begriffe k&#246;nnen wegen ihres verharmlosenden Charakters auch einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sarkasmus" title="Sarkasmus">sarkastischen</a> Unterton haben.&#8221; (Quelle: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Euphemismus">Wikipedia</a>)</p></blockquote>
<p>Es ist nichts anderes, als der Versuch, eine ungesunde Zutat gesund erscheinen zu lassen. Selbst wenn das ein g&#228;ngiges Mittel in der Werbung ist, im Zusammenhang mit der Ern&#228;hrung unserer Kinder f&#252;hrt es zu schwerwiegenden Folgen. Schon seit Jahren steigt der Anteil an ern&#228;hrungsbedingter Diabetes schnell an (unter anderem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Diabetes_mellitus#Vergleich_von_Typ_1_und_Typ_2">hier</a> nachzulesen). Gerade wenn sich ein Konzern nach au&#223;en hin so der Gesundheit seiner Kunden verschreibt, dann darf so etwas einfach nicht passieren! Da gesetzliche Regelungen fehlen, bleibt nur ein Appell an das Gewissen und den Verstand der Mitarbeiter solch scheinheiliger Unternehmen wie Danone &#252;brig. Aber Verstand ist dort dem Anschein nach eine rar ges&#228;te Tugend ein reines Gewissen l&#228;sst sich offensichtlich kaufen&#8230;</p>
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