Monthly Soap

Seifenopern kennt jeder. Über Wochen und Monate muss man sich mit ansehen, wie sich Menschen treffen, streiten, versöhnen, streiten und am Ende doch wieder zusammenkommen. Oder auch nicht, dann kommt aber garantiert eine weitere Staffel bald im Fernsehen. So weit so gut.

In Österreich gibt es eine Versicherung, die Wiener Städtische. Die macht natürlich auch Werbespots, man soll ja auf sie aufmerksam werden. Einige davon waren bisher gar nicht so übel, einzig der Slogan stört mich schon lange. Der lautet: “Ihre Sorgen möchten wir haben”. Können sie gerne, ich gebe alle ab, leider gibt es für die meisten davon keine Versicherung. Oder kennt ihre eine Versicherung für Prüfungsstress, nahende Weihnachten, die Verwandtschaft…? Eben. Also diese Versicherung hat jetzt eine neue Werbeschiene entdeckt. Und die Schiene lautet: Monthly Soap. Also nicht daily, also täglich, sondern halt monthly, also monatlich. Regelmäßig wird ein neuer Spot gesendet, in denen die Zuseher Geschichten des Alltags sehen, von Menschen, die sich kennen lernen und verlieben. Und natürlich von ihren alltäglichen Sorgen, die ja die Wiener Städtische gerne haben möchte und hier auch bekommt.

Einer der Verantwortlichen für dieses neue Konzept meint, dass die Zuseher wissen wollen, wie es der Familie ergeht und wie es weiter geht. Aha. Heißt das, dass es jetzt nicht mehr nur Menschen gibt, die jeden Tag um 17 Uhr vor dem Fernseher sitzen, weil da ihre lieblings Seifenoper läuft, sonder auch noch Menschen, die jede Werbepause ansehen müssen, damit sie ja nicht die Fortsetzung verpassen? Das wäre ja dann eigentlich eine Kollektiv-Werbung. Da müssen ja die anderen Werbenden an die Wiener Städtische einen Beitrag leisten, für diesen Zuseherzwang.

Also ich bin gespannt, ob dieses Konzept aufgeht. Das einzig Gute, die Länge der “Seife”, ist nämlich nur etwa 40 Sekunden. Da halte sogar ich das Seifenopern-Gesäusel aus.

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