Ein Moment vergeht.
Wir hier in Österreich und im allgemeinen in Wien müssen uns mit einer neuen Jugendszene herum schlagen. “Krocha” werden die Anhänger genannt und in die Augen stechen tun sowohl Männlein als auch Weiblein. Erwähnenswert wären die unübersehbare Solariumsbräune - beziehungsweise die Bräune durch den Gebrauch von Selbstbräuner, was dann im Sommer schöne helle Schweißspuren entlang des Gesichts sichtbar macht - die Frisur der Männer, der altbekannte Vokuhila, und ein Zurschautragen von Markenklamotten. Die Jungs bestechen durch sehr enge Hosen und weiße Socken. Alles in allem also nicht zu übersehen und auch nicht zu überhören. Denn durch diese tollen Handys können die Kids nun ihre Musik überall hören, also auch in der U-Bahn und beim Shoppen. Ich bin immer recht froh, wenn ich in mein trautes Heim flüchten kann und dieser Bewegung nicht mehr schutzlos ausgeliefert bin. Wer mehr dazu wissen will sollte hier nachlesen.
Nun musste ich aber einen Vorstoß in meine vier Wände erleben. Da sitze ich ahnungslos vor dem Fernseher und sehe mir die Werbung - ein bisher Krocha-freies Terrain - an und dann tönt es mir engegen:
Wahrscheinlich hat das Unternehmen New Yorker damit eh genau ihre Zielgruppe getroffen, aber ich denke an all die vielen armen Zuseher vor ihren Fernsehern, die diesem Wahnsinn schutzlos ausgeliefert werden. Ein bisschen Erbarmen muss man doch haben.
Zumindest trifft der Werbeslogang wie auch schon zuvor die Situation genau. Kleidung für den Moment. Und der vergeht hoffentlich bald wieder.

11.10.2008, 19:21 Uhr
Artikel bookmarken





Am 12. Oktober 2008 um 00:59 Uhr
YO alta!
diese sonnenbrille da hat doch stil. und so abspacken siehste auch nich überall^^
Am 13. Oktober 2008 um 02:57 Uhr
Die Musik aus diesem Spot würde ich allerdings eher in Richtung House einordnen. Das ist meines Wissens nicht der typische Krocha-Ohrenkrebs-Sound. Jumpstyle und Hardstyle nennen sie es soviel ich weiß. Wobei man natürlich unterschieden muss zwischen deren Hard- und Jumpstyle und dem, was ich (und ein bisschen auch Ulmi) noch kennen aus den Anfängen dieses Jahrzehnts.
Am 13. Oktober 2008 um 09:08 Uhr
Diese Musikrichtung nennt man Tecktonik. Und ein Bestandteil davon ist ursprünglich Jumpstyle. Also würde ich sagen, dass es schon passt.
Am 13. Oktober 2008 um 12:31 Uhr
Eines muss ich zugeben: Die öffentliche Bemüllung mit Musik jeglicher Richtung ist nervtötend. Ich rede ja gar nicht von Kaufhausmusik oder Stadtmusikanten, sondern von den Teenager Horden, die mit ihren Handy jede Einkaufszone beschallen müssen. Ich schlage deshalb eine Gegenbewegung vor: Sing-Aloud! Lasst uns laut singend durch die Stadt rennen! Mal schauen, wem es gefällt
Grüße aus Metzingen
Carolin
Am 17. Oktober 2008 um 01:05 Uhr
Hier in Deutschland hat der Solarium Wahn bereits ein Ende. Ende der 90´er war hier glaube ich die Spitze des Eisbergs erreicht.
Am 17. Oktober 2008 um 16:57 Uhr
Ich bin auch aus Wien und verstehe dich absolut. Ich kann mich erinnern dass ich irgendwann in der Heute Zeitung eine Werbung von der ÖBB gelesen habe wo man in einer Comicähnlichen Fassung eine Kurzgeschichte über zwei Krocha Burschen schrieb. Ich dachte ich les nicht richtig…
Am 18. Oktober 2008 um 03:45 Uhr
Anna, du willst dich also wirklich auf eine Diskussion über elektronische Musik mit mir einlassen? Nun gut, auf die Gefahr hin, dass ich mich in den nächsten Tagen hier unglaublich blamiere, diskutiere ich.
Tecktonik ist laut Wikipedia (http://en.wikipedia.org/wiki/Tecktonik) kein Musik- sondern ein Tanzstil. Das Wort Jumpstyle kommt im ganzen Artikel kein einziges mal vor. Sehr wohl ist aber von House die Rede. Der deutsche Artikel erwähnt zwar Jumpstyle, aber nur als Bestandteil des Tanzes. Davon habe ich nichts geschrieben. Die Musik im Spot geht eher Richtung House, ist aber nicht so langweilig.
Jumpstyle hingegen (http://de.wikipedia.org/wiki/Jumpstyle) ist beides, Tanz- und Musikstil. Jumpstyle kannte ich schon 2003/2004 - JS ist aber älter - und kam damit über Hardstyle (http://de.wikipedia.org/wiki/Hardstyle) in Berührung. Hardstyle ist langsamer als Hardcore aber härter als Trance oder Techno. Bei Krochern sind auch die schnelleren Varianten vertreten wie z.B. Hardcore, Gabba, etc…
Die Namen und Einteilungen variieren allerdings stark von Gebiet zu Gebiet und auch von Person zu Person. Die heutigen Krocha-Hits sind zu 95% Coverversionen mit neuen Namen von Hardcore-, Trance- und Hardstyleklassikern der letzten 10-15 Jahre, welche ihrerseits schon zu einem großen Teil Coverversionen waren.
Es ist kurz vor fünf in der Früh, ich geh jetzt meine Freundin wecken und dann ins Bett. Rechtschreibfehler sind Tippfehler und dienen der allgemeinen Belustigung - unbeabsichtigte sind Zeitbedingt.
//edit: Tecktonic also… jetzt wissen wir auch, von wem die Krocha ihren Style geklaut haben! Wien bringt keine Trends hervor… :>
Der Track heißt Move That Thing von Elektronique, falls es jemanden interessiert.