Über die biochemische Kommunikation.

Wie allgemein bekannt ist herrscht zwischen Lebewesen, die der menschlichen Sprache nicht mächtig sind, die biochemische Kommunikation. Praktisch ist: es muss dabei nichts gelernt werden, denn das Lebewesen reagiert automatisch und kommuniziert weiter. Es entstehen keine peinlichen Gesprächslücken und Verständigungsschwierigkeiten treten auch keine auf. Wissenschaftler nennen das, was zur Verständigung dient Pheromone. Was das genau ist und wie es funktioniert erfährt man hier.
Aber so genau wollen wir das gar nicht wissen. Uns interessiert nur eines, im üblichen Sprachgebrauch werden Pheromone nämlich einfach als Sexuallockstoffe bezeichnet.

Und genau hier setze ich an. Es gibt jetzt nämlich ein neues Haargel auf dem Markt. got2b magnetik von Schwarzkopf. Betitelt mit „Extreme Styles mit Anziehungskraft“. Und in der Werbung noch erklärend angefügt, dass darin Pheromone enthalten sind.
Man sieht also einen Laboranten am Arbeitsplatz, der sich das Haargel in die Haare schmiert. Daraufhin bricht ein weibliches Wesen durch die Decke und mehrere andere stürmen durch die Türen. Der Junge im weißen Labormantel wirkt also auf Frauen so magnetisch, dass Stahlbetonwände von 50-Kilo Damen durchbrochen werden.

Und das alles nur, weil er sich Haargel auf den Kopf geklatscht hat, das Pheromone beinhaltet.
Vielleicht muss man sich die oben erwähnte Seite doch genauer ansehen. Da erfahren wir nämlich, dass es ganz viele verschiedene Pheromone gibt. Zum Beispiel gibt es da das „Alarmpheromon“, das eine Flucht oder Agressivität auslöst. Oder das „Markierungspheromon“, das Lebewesen bestimmte Plätze oder Territorien markieren lässt. Also könnte unter Umständen, auch dieses Pheromon im Haargel enthalten sein. Und wir würden bäumeanpinkelnd durch die Gegend rennen.

Nein, nein. Die Hersteller wollen natürlich nur das Sexualpheromon in ihrem neuen Produkt haben. Leider finde ich auf der Homepage des Herstellers keinen Hinweis auf das neue sagenhaft magnetische Produkt. Und wie mir zu Ohren gekommen ist, soll auch die Wirksamkeit von künstlich zugefügten Sexuallockstoffen bei Menschen äußerst wenig Erfolge zeigen, wenn überhaupt.

Da vertraue ich als Frau lieber meinem tief ausgeschnittenen Oberteil, dem kecken Lächeln und meinem Parfüm – das riecht nämlich wirklich gut. Und ihr Männer: duscht, rasiert euch, verwendet Deo und Rasierwasser und zieht euch ordentlich an. Dann klappt das auch so ganz gut.

2 Reaktionen zu “Über die biochemische Kommunikation.”

  1. Kampfsport

    Na wieder was gelernt. Pheromon war bis heute meinem Wortschatz nicht bekannt

  2. Tim Heckhausen

    Mich würde schwer interessieren was genau im got2b magnetik enthalten ist. Ich kann mir nur vorstellen, dass es sich um Tierpheromone handelt. Denn woher sollten die menschlichen Pheromone kommen? Synthetisiert in solcher Menge? Wohl kaum. Wissenswertes, Vermutungen und Visionen zu Hormonen und Pheromonen gibts auf http://www.camouflageconcept.de/.

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