Sie sind gegen ihn, weil er für euch ist.

Vorab zum besseren Verständnis eine kleine Hilfe in österreichischer Politik für all unsere deutschen Leser. Hier in Österreich stehen nach der Auflösung der Koalition mal wieder Neuwahlen an und der Wahlkampf ist voll ausgebrochen, weil schon im Herbst gewählt wird. Vor vielen Jahren gründete führte Jörg Haider, der mittlerweile der ganzen Welt durch Besuche Saddam Husseins oder dieser furchtbaren Krise der EU, weil eine rechte Partei tatsächlich mal mitregieren durfte, bekannt sein dürfte, die Freiheitliche Partei Österreichs. Diese FPÖ hat er jahrelang mitbestimmt, dann, eines schönen Sommers, brach der Parteichef mit seiner Partei und gründete etwas neues, das Bündnis Zukunft Österreich. Die neue Partei steht in ihren Ansichten der alten in keiner Weise nach und ist genauso rechts wie zuvor, aber das Label ist halt ein neues. Bei den Genossen der alten Partei kam der plötzliche Wechsel etwas weniger gut an und so liegen das BZÖ und die FPÖ seit jeher im Streit. Nachdem sich Jörg Haider als Landeshauptmann nach Kärnten zurückgezogen hat und kurzfristig der Bundespolitik eher eine Absage erteilt hat wurde jetzt sein neuer Frontmann, Peter Westenthaler, wegen Falschaussage vor Gericht verurteilt. Nicht rechtskräftig, wohl gemerkt, aber als Spitzenkandidat taugte er nicht mehr, deswegen muss Jörg diesen Herbst selber ran.

So weit, so gut. Aus den Anfängen der Jörg-Haider-Ära bei der FPÖ stammt unter anderem dieses Plakat:

Plakat der FPÖ von 1994

Man rufe sich nun noch einmal den durchaus wichtigen Parteiwechsel der Hauptfigur zum BZÖ ins Gedächtnis. Und nun schaue man sich das neue Plakat der FPÖ (die das BZÖ nun wirklich nicht mag) an:

Neues von der FPÖ

Fällt nur mir ein gewisser Zusammenhang auf? ;)

10 Reaktionen zu “Sie sind gegen ihn, weil er für euch ist.”

  1. Bifel

    Haider hat die FPÖ nicht wirklich gegründet - bei der Gründung 1956 wäre er gerade mal 6 Jahre alt gewesen ;)

    Aber ich finds lustig, dass sie sogar den gleichen Smile drauf haben :)

  2. Martin

    Danke für den Hinweis, habe den Artikel gerade korrigiert. :)

  3. Sebastian

    Wie passt diese Aussage auf ein Wahlplakat ?

    Wer gegen wen und für wen ? Wer sind “Sie” ? Die anderen Parteien oder der angesprochene Wähler/das Wahlvolk ?

    Ich halte den Spruch irgendwie für unklug gewählt.

  4. Phillip

    Das ist nicht das erste mal, dass ein spruch unklug gewählt ist. “Daham statt Islam” ist ebenfalls von der FPÖ und ist meiner meinung nach ein vergleich von Äpfel und Birnen. Die Religion hat nicht viel mit Heimat zu tun, religiös ist man überall gleich, das hängt vom einzelnen Menschen ab.

  5. Sebastian

    Ich bin nun kein Österreicher…aber ein Wahlkampf mit dem Slogan “Kinder statt Inder” vor einiger Zeit von der CDU war auch in der BRD nicht so originell.

  6. Andrea

    Aber eins muss man denen lassen. Es ist schon erstaunlich, dass sich manche/r von denen noch an 14. Jahre altes “Gedankengut” entsinnen kann. Wo doch eine rasante Welle der bösartigen Populations “Langzeitgedächtnis-Absauger” hin und wieder auftut.

  7. HC Strache stiehlt Obama die Website · Helge's Blog

    [...] Der Website-Hintergrund von Straches Site sieht dem von Obamas zum Verwechseln ähnlich. Nach dem Sloganklau von Haiders Kampagne 1994 schon der zweite schamlose Ideendiebstahl. Bald hoppst HC noch mit [...]

  8. tobi

    Das Verändern des Bundesadlers ist meines Wissens ja auch nicht ohne weiteres erlaubt …

  9. Daniel Daxl» Blogarchiv » IFA, Strache und Plagiate

    [...] vs. Strache Version), liegt der Verdacht nahe, dass der eine vom anderen abgekupfert hat. Nach dem Sloganklau von Haiders Kampagne 1994 schon der zweite schamlose Ideendiebstahl. Bald hoppst HC noch mit “Yes [...]

  10. Edi

    Tja, wer von wem abgekupfert hat ist ja klar, aber das ist einmal so, wenn man keine eigenen Ideen hat. :( es gibt ja überall gute Ansätze aber es drängen sich da nach den großen Wahlversprechungsthemen ein paar essentielle Fragen auf – wie will man das durchsetzen, was kostet das und womit kann man das finanzieren. Sprücheklopfen kann man auf jeden Wirtshaustisch, aber wenn es ans Eingemachte geht, bleibt niemand mehr über. Kann man wirklich eine Partei wählen, die wie ein Pfau um die eigene Arroganz tanzt und jede Niederlage schön redet und im end Effekt dann doch regiert, oder die andere Partei, die zwar gewonnen hat, aber sich komplett über den Tisch ziehen hat lassen, nur um einen Sandkistentraum zu verwirklichen? Das sind aber leider die Stimmgewaltigsten. Der Rest kann nur mehr „Quertreiben“ aber am Ende passiert dann doch was „politically convenient“ ist. Wir haben zwar jetzt in Wien 12 Parteien zur Auswahl aber wer soll es werden? Ich hoffe, was immer ihr auch wählt, das die Schnöselparteien endlich einen Denkzettel bekommen, den auch sie nicht mehr schön reden können

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