Äpfel, drei!

Die meisten Internetnutzer werden das kennen: wenn die Verbindung nicht funktioniert, dann muss man eben die (meistens eher nicht kostengünstige) Service-Hotline zur Lösung des Problems bemühen. Sobald man also tatsächlich zum Telefon greift fängt der Ärger erst richtig an, weil man zuallererst in der Warteschleife hängt. Um der Telefonistin (dem Telefonisten) etwas Dispositionsarbeit abzunehmen investieren viele Firmen automatische Systeme, die das Gespräch zum hoffentlich richtig zuständigen Sachbearbeiter durchstellen („Wenn Sie Fragen zu unseren Produkten haben, drücken Sie die Eins. Für technische Fragen…“). Sofern der dieserart Auserwählte nicht gerade besetzt ist und man sich deswegen das großartige Gedudel der Warteschleifenmusik anhören darf, kommt man dann vielleicht an die richtige Stelle. Oder man wird neuerlich verbunden.

Schon einmal aufgefallen? Die meisten solcher Telefonsysteme bieten eher schwammige Beschreibungen der Menüpunkte mit vielen Unterpunkten, sodass man eher beim falschen als beim richtigen Sachbearbeiter landet und man sich deswegen auch noch schuldig fühlt, weil man dieses wirklich einfache System nicht richtig bedienen konnte. Um dem Kunden auch noch dieses lästige Drücken von Zahlen auf dem Telefon abzunehmen setzen einige Hotlinebetreiber mittlerweile auf Spracherkennung. Man muss also der Maschine erklären, wo man hin will, meistens mit so einfallsreichen Kommandos wie „Eins“ oder „Zwei“, wobei die Fragen eigentlich die gleichen bleiben. Schon daran merkt man, dass diese Sprachsteuerung ein wichtiges Upgrade zur Vorgängerversion war (weniger Fingerarbeit!), wäre da nicht der Fehler im System, dass wir gelegentlich vom Computer einfach nicht verstanden werden. Wir Österreicher haben ja gerne unsere diversen Dialekte, aber auch in Deutschland gibt es da durchaus interessante Varianten – man stelle sich etwa den Bayer vor, der statt „Eins“ ganz selbstverständlich „Oas!“ ins Telefon murrt.

Um die Sache auf den Punkt zu bringen, derartige Systeme, egal ob man Zahlen drücken oder sprechen muss, nerven den Kunden grundsätzlich, weil sie komplett unpersönlich sind und meistens auch noch genau das tun, was wir nicht wollen: sie kosten Zeit, Geld und Nerven, was die Anruferzahl freilich drückt, den Frust unter Kunden aber erheblich steigen lässt.

Die Leute bei Yello haben das Problem erkannt und geschickt in eine Werbung verpackt, die nicht nur überzeugt, sondern auch zum Schmunzeln bringt.

YouTube Preview Image

Besten Dank geht (einmal mehr) an die angeber.in, ohne die wir derzeit angesichts durchwegs passabler Werbespots wohl wirklich wenig zu berichten hätten.

4 Reaktionen zu “Äpfel, drei!”

  1. gotti

    durchwegs passabel? und ich bleib dick! http://youtube.com/watch?v=Bw7lKRDDP3c

  2. surreal

    Die Werbung gibts in Deutschland schon länger udn auch in mehreren Spots (so weit ich mich erinnern kann)
    Am anfang fand ich die IDee ganz nett,doch so langsam wirds langweilig immer das selbe zu hören.

    Meiner Meinung nach durchaus gelungen für einen Lacher 😉

  3. Matthias

    Wundervoller Spot. 😀
    Ich wurde bei der Telekom schon mal im Kreis von ratlosem Mitarbeiter zu ratlosem Mitarbeiter verbunden. Als ich wieder bei der ersten Dame angekommen war, war ihr das etwas peinlich und ich wurde sofort mit den kompetenten Leuten verbunden… 😉

  4. Zebulon

    Wie man die Automatenschleife austrickst:
    Sagen Sie jedesmal „tröööt“ oder irgend etwas anderes.
    Nach dem dritten mal schaltet das System („Leider habe ich Sie nicht verstanden …“) zu einem Callcentertelefonisten aus Fleisch und Blut weiter.

    Dieser Hinweis war gebührenfrei.

Einen Kommentar schreiben

du mußt angemeldet sein, um kommentieren zu können.