Ziemlich blöd,mann.

Gestern vor zehn Jahren kam Falco, eine der schillerndsten Figuren des Austropop, bei einem Autounfall ums Leben. Zu diesem Anlass startet heute in den Kinos ein Film mit dem Titel “Falco - Verdammt, wir leben noch!”, der das Leben des Popstars beschreiben soll. Die Marketingleute der Geil- und Blöd,mann-Kette haben darin wohl eine Chance gewittert, richtig viele CDs zu verkaufen und sich deswegen mit den Produzenten des Films zusammen getan, um ein paar Spots mit den Original-Schauspielern zu Werbezwecken zu drehen, die zumindest die österreichischen Zuschauer seit Ende Jänner quälen.

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Darin wehrt sich Falco angeblich gegen die von Christian Tramitz vorgeschlagene Verwendung als Werbefigur für Mediamarkt (“Ich mach’ bestimmt keine Werbung fürn Mediamarkt, sog des den Elektronikkaschperln!”), wird aber trotzdem, ähnlich den Blöd,männern, die sicher nicht bei Mediamarkt einkaufen, als solche instrumentalisiert.

Saturn macht es sich da einfacher und wie auch schon der Weihnachtshase, der uns dafür abhanden gekommen ist, computeranimiert (vielleicht konnte man die Schauspieler nicht zu so einem Blöd,sinn überreden?):

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Soweit ich recherchiert habe, hat sich Falco nie als Werbefigur für irgendetwas (außer vielleicht sich selbst) verkauft. Auch nicht als Werbefigur, die eigentlich keine Werbung machen möchte, es aber unfreiwillig doch tut. Wieso sollte das zehn Jahre nach seinem Tod anders sein? Stimmt, die Mutter steht unter Sachwalterschaft, der Vater ist schon lange weg und sonst ist da anscheinend niemand, der dagegen etwas haben könnte, also kann man getrost ordentlich Kapital aus einem Toten schlagen. Ein bisschen geschmacklos ist das ja schon.

Ähnlich wie im Film, der laut Kritiken relativ furchtbar ist, wird auch in der Werbung das Andenken an einen großen Künstler zu Gunsten der Verkaufszahlen geschmälert, aber mit Werbung in der Gegend der gerade noch (oder gerade nicht mehr) erträglichen Schmerzen hat Media-Saturn ja schon reichlich geile Erfahrung. Und wehren kann sich Falco ja ohnehin nicht mehr.

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