Denglisch for Runaways

Es hallen noch laut die Jubelschreie vieler Gremien und Vereine zur Reinerhaltung der deutschen Sprache in meinen Ohren, endlich habe die Werbewelt begriffen, dass gut 80 Prozent ihrer Denglischen Werbebotschaften (klingt so, als hätten sie uns etwas relevantes mitzuteilen) am Verbraucher unverstanden vorbeirauschen. Da gab es zu Beispiel den Spruch eines Senders: „Powered by emotion.“ Übersetzt wurde dieser mit „Kraft durch Freude.“

Zu früh gefreut, hochverehrte Spachpflegevereine!

Da plärrt mir der Fernsehapparat (Tiwieh) doch neulich schamlos folgende Lautfolge ins Gesicht: „Elle sagt: Ein Masthäf für trändige Fäschenisstas!“ Meine Reaktion: „Hatte die Frau gerade von Faschisten gesprochen? Was hat dieses Gesocks jetzt in der Modewelt zu suchen? Wie wird Masthäf geschrieben? Mit einem f oder zweien?“ Eingehende Klanganalysen haben mich zu dem Schluss kommen lassen, dass es sich um Dengnisch handeln musste. Der Inhalt hatte gottseidank nichts mit Neonazis zu tun! Denglisch ist AUT – Dengnisch ist IN! Doch wurde meine Kontemplation über die Lautfolge schon von weiteren Tiwieh-Geräuschen überdeckt: „200 Kombinationen für noch mehr heppi Moumänts.“ Könnte auch „Moumentz“ sein, ich bin mir nicht sicher. Und schon ging es weiter: „Reläksing Kähr gibt es auch als Kriehm Bahs!“ Tatsächlich? Moment!!! Hatte die Frau gerade wirklich Bahs gesagt? Eigentlich sollte es doch ein gelispeltes Denglisch-S sein! Hatte die Frau vielleicht gar nicht gewusst, was sie da gerade abgesondert hatte? Da war sie aber schon wieder ganz „reläkst mit Muhnflaua-Duft“ in den Äther, aus dem heraus sie mich so unerwartet überfallen hatte, entschwunden. Ich schnappte nach Luft, doch viel Zeit blieb mir nicht, Atem zu holen, denn Ich musste um meine Zähne fürchten, die sicher durch die Zahnpasta (Toofpäist) „Blend-A-Med Fruht Eksplohschen“ in alle Himmelsrichtungen gesprengt würden.

Das war zuviel des Guten! Ich habe das (oder den?) Tiwieh einfach ausgeswitscht, habe mir mein derzeitiges Nicht-E-Paper-Device-Projekt gesnätscht und mit Ikstriehm-Kommitmänt meine Rieal-Laif-Reading-Skills appgegräidet.

Ich glaube, dass dieser Satz es kurz und knapp auf den Punkt bringt: „Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen möchte!“
Übersetzung für Fäschenistas (nur für Trändige): „Ei kännt ieht äs Matsch äs Ei’t laik to womit!“

Gastbeitrag von Manuel, vielen lieben Dank dafür!

5 Reaktionen zu “Denglisch for Runaways”

  1. Anna

    Ganz große Klasse! Danke 😀

  2. Georg Krüger

    thänk ju for se pläscha…

  3. Phillip

    Greit post, rilli greit post. Sinz wi ar spiking inglisch, ei wud leik to sei sät ei äm olso pissd of bei sö greit amaunt of streinsch slogäns sät ei hiir in tiwie…

    Nur, um das klarzustellen 😉

    Da fällt mir noch etwas aus meiner ersten Schiwoche ein, denn es geht auch andersrum:
    „She fawn is lie want“
    Was heißt das?

  4. Dagmar Struß

    Mehr Infos zum Thema finden sich im Artikel ‚Denglisch und Fachchinesisch: Wem hilft’s?‘
    – im Themenportal Verbraucherbildung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes.

    Adresse:
    http://www.verbraucherbildung.de/projekt01/d/www.verbraucherbildung.de/im_brennpunkt/denglisch_und_fachchinesisch_wem_hilft_es.html

  5. Lars

    Mein persönlicher Favourit aus dieser Kategorie:

    Warner Brother’s Movie World – Bringt Hollywood Magic nach Germany

    Zwei ganze deutsche Worte drin. Respekt…

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