Fake, Lüge, Täuschung, Illusion: Das kann doch nicht wahr sein!

Auch wenn das hier nicht zu hundert Prozent in unser Konzept fällt, so ist mir diese Internetseite doch positiv aufgefallen. Studenten am Lehrstuhl für Visuelle Kommunikation der Universität Wuppertal haben sich im Rahmen eines Projektkurses von Prof. Hans Günter Schmitz Gedanken darüber gemacht, was eigentlich eine Marke ausmacht, was Verpackung, Werbetexte, Etiketten etc. über ein Produkt aussagen. Besonders treffend finde ich die einleitenden Worte auf der Hauptseite:

“Wasser ist Wasser. Aber – „ Die Stille Kraft des Vulkans“ ist eben mehr als nur Wasser und nicht vergleichbar mit Gerolsteiner Sprudel. Und ob drei Rasierklingen als „Mach3“ oder „Venus“ über die Haut gleiten ist entscheidend für die Inszenierung der Erlebniswelt und trennt die Geschlechter.” (Quelle)

Doch Hauptthema des Webauftritts ist eine weitere Aufgabe, welche die Studenten hatten. Nach ausgiebiger Analyse der Botschaften, welche wir mit den Marken und über Marketing (bewusst oder unbewusst) übermittelt bekommen, waren die Studenten dazu angehalten, eigene Produkte zu erfinden. Dabei durften natürlich Grenzen und Tabus gebrochen werden.

Das Ergebnis sind über 80 teils sehr bizarre und oft sehr surreale Produktideen. Manche dieser Produkte sind offensichtlich übertrieben, aber erschreckend nahe an der Realität. Andere wiederum werden hoffentlich nie in dieser Form auf dem Markt auftauchen oder gar Absatz finden. Doch gerade diese Art der Darstellung zeigt auf eindrucksvolle Weise, mit welchen Botschaften wir immer wieder geködert werden, denn erst in dieser Form wird offensichtlich, was uns sonst oftmals unbemerkt eingeimpft wird. Ich wünsche viel Spass beim durchstöbern der Seite.

Aufmerksam geworden bin ich auf das ganze beim Abgespeist Blog. Leider wird den Werbepraktiken viel zu wenig öffentliches Interesse entgegengebracht. Beim derzeitigen Stand des menschlichen Denkens im Alltag ist es für die Marketingbranche einfach zu leicht, uns anstatt eines Produkts gleich ein gesamtes Lebenseinstellungs- und Emotionspaket zu schnüren und zu verkaufen. Vielleicht wäre gerade ein solches Umdenken ein Ansporn für die Industrie und den Handel, endlich nicht mehr das halbe Budget eines Produkts für Werbung zu verschleudern, sondern ein bisschen mehr in Qualität zu investieren - gerade bei Produkten, deren Kaufpreis nicht die volle Finanzierung beider Bereiche erlaubt! Aber leider habe ich viel zu oft das Gefühl, dass die Menschen etwas vorgegaukelt bekommen wollen.

Eine Reaktion zu “Fake, Lüge, Täuschung, Illusion: Das kann doch nicht wahr sein!”

  1. Martin

    Spätestens bei “Pökels vegetarischem Wurstwasser” und “iDrink, Apple remastered drinking.” habe ich Tränen gelacht. :D

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