Hochauflösender Cardreader

Manchmal wird im Fernsehen Werbung als „Gewinnspiel“ getarnt. Das hat mehrere Vorteile:

  1. Das Produkt wird mehrfach erwähnt, manchmal auch einfach so mitten unter der Sendung. Während ein Werbespot mitten im Werbeblock meistens den Zappern zum Opfer fällt und dementsprechend wenig Menschen den Spot zu Gesicht bekommen, schaltet man für die 10 Sekunden, in denen das Gewinnspiel mal wieder erwähnt wird, wohl kaum um. Man hört es sich an.
  2. Eine Hand wäscht die andere: Die Marketingleute des Produkts sabbern ob der tollen Werbung, der Gewinnhotlinebetreiber (meistens der Sender selbst) reibt sich schon die Hände, wenn die kostenpflichtigen Leitungen (50 Cent pro Anruf – mehr Anrufe verbessern natürlich die Chance auf den Gewinn!) wieder glühen. Der Exzess davon nennt sich übrigens Call-TV.
  3. Was im Rahmen einer Sendung beworben verlost wird erweckt auch gewissermaßen den Anschein, dass das Produkt wahnsinnig toll oder zumindest durchaus brauchbar sein muss.

Derzeit öfters (gesehen auf RTL) zu gewinnen: Der Amoi Advent. Ein LCD-Fernseher (also Flachbildschirm – für die weniger Technikversierten) mit – und jetzt kommt’s – hochauflösendem Cardreader! Cardreader, zu Deutsch sehr zutreffend als Speicherkartenlesegerät bekannt, sind Gerätschaften, mit denen das Lesen und Schreiben von Informationen, die auf Speicherkarten (etwa von Digitalkameras oder MP3-Playern) vermerkt sind, möglich ist. Und unser Fernseher hat so ein Lesegerät integriert.

Nun ging ich bisher immer davon aus, dass Informationen in elektronischer Form auf solchen Speicherkarten gespeichert werden, also gewissermaßen Einsen und Nullen, die man mit ein paar Kontakten und etwas Strom wieder abnehmen kann. Wofür man dafür eine hohe Auflösung wie etwa bei Digitalkameras brauchen könnte ist mir schleierhaft. Oder haben die Leute von Amoi eine Methode entwickelt, die zuerst ein hochauflösendes Foto der Speicherkarte macht und danach versucht zu erraten, was da wohl drauf sein könnte?

Scherz beiseite. Liebe Werbeleute, nehmt diesen Beitrag als ein Beispiel von vielen. Wenn ihr schon mit technischen Finessen der Produkte Werbung machen wollt, dann denkt zumindest mal darüber nach, ob es Dinge wie hochauflösende Cardreader überhaupt gibt oder ob man heutzutage PCs mit 512MB RAM noch als PC der Spitzenklasse verkaufen sollte.

4 Reaktionen zu “Hochauflösender Cardreader”

  1. Georg

    doof nur, dass die fernseh leute die gewinnspiele immer vor den Werbeblock legen….. gewinnspiel heisst für mich mittlerweile. werbung kommt.
    fazit. ich zappe weg 😀

  2. gotti

    letztens beim interspar hat ein verkäufer einem älteren ehepaar einen lcd-fernseher angepriesen: „und der rand, der glänzt so schön, weil der is digital“.

    ich bin schnell weitergegangen…

  3. Phillip

    Es ist jetzt vielleicht etwas Themenfremd, aber so ein dämlicher Verkäufer ist mir auch mal begegnet. Ich stand im Niedermayr in Wien und ein netter Herr, der offensichtlich keine Ahnung von gar nichts hatte, wollte sich einen Laptop kaufen, um ‚ein bisschen ins Internet zu gehen und E-Mails schicken zu können‘ (zitat!). Der Verkäufer sagte daraufhin: „Ja, dafür brauchen sie schon ein etwas schnelleres Modell, nicht so ein billiges, sonst müssen sie auf alles ewig lange warten…“

    Ist sowas überhaupt legal?

  4. OttoKrüja

    Ja, wenn ich nur dran denke, wie viele PCs mit höherklassigen Garfikkarten als Schreibmaschinen benutzt werden… Diese Ressourcenverschwendung.

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