Schlafersatz

Jeder kennt das, wenn es am Abend zuvor mal wieder etwas später geworden ist, der Wecker am Morgen allerdings unbarmherzig klingelt und die Pflicht ruft.
Mann duscht, zieht sich an und startet in den Tag, ganz egal wie er aussieht.
Frau duscht, zieht sich an und versucht dann krampfhaft die Natur so weit zu vergewaltigen, dass sie halbwegs passabel aussieht und man ihr nicht auf drei Kilometer gegen den Wind ansieht, dass der Schlaf in der Nacht zu kurz gekommen ist. Trotz alledem sehen wir nach spätestens 2 Stunden wieder genauso müde aus wie vor den Bemühungen im Bad.

L’Oréal Paris hat jetzt die Lösung für durchzechte Nächte. Sie haben ein Make-Up – Pflicht für den Morgen danach zur Abdeckung von Augenringen und rotgefleckter Haut – erfunden, das „Anti-Müdigkeits-Pigmente“ enthält. Diese zaubern einen ebenmäßigen und strahlenden Teint auf das Gesicht, der den ganzen Tag – 16 Stunden laut Hersteller – anhält. Die Müdigkeit ist wie weggewischt und wir können sogar am Abend nochmal einen draufmachen.

Aber was bitte sind „Anti-Müdigkeits-Pigmente“? Farbpigmente im Make-Up, die meinen Organismus mit Schlaf versorgen, sodass ich wach und ausgeschlafen bin? Der Kaffee für die Haut?
Wohl eher sehe ich dann nur ausgeschlafen aus. Auf der Homepage des Herstellers findet sich von diesen Zauberpigmenten keine Spur, hören tut man davon nur in der Fernsehwerbung. Vielleicht kann man es nicht so ganz erklären?

Wie auch immer Frau sich entscheidet. Schlafen hilft immer noch am Besten für einen frischen Teint. Und wenn es zur nächsten Naturvergewaltigung kommt mag das Make-Up der einen oder anderen vielleicht helfen. Aber ein Schlafersatz ist es auf jeden Fall nicht.

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