Carmagnola-Minze

Wo wir schon bei Ferrero sind, machen wir gleich mit noch einem Produkt weiter, das hier auch nicht unerwähnt bleiben sollte. tic tac – sorgt für frischen Atem bei nur zwei Kalorien pro Pfefferminz-Drop, so zumindest die Werbung. Für die effektive Wirkung der Mundgeruchsbeseitigung soll maßgeblich die Carmagnola-Minze verantwortlich sein. Auch wenn hier bestenfalls von einem Übertünchen und weniger vom Beseitigen die Rede sein kann, darf man sich wohl fragen, was es mit der Carmagnola-Minze denn so auf sich hat.

Der aufmerksame Leser wird es schon ahnen: auch die Carmagnola-Minze gibt es, gleich wie die Piemont-Kirschen, nicht. Was in tic tac verarbeitet wird, kennt der Volksmund unter Pfefferminze. Laut Website von Ferrero wird die Carmagnola-Minze in der Region um Turin und Cuneo angepflanzt. Relativ genau in der geografischen Mitte liegt eine Stadt namens – man glaubt es kaum – Carmagnola. Da her hat die Werbeabteilung also den netten Namen. Italien ist eben ein guter Werbeträger – und die Botaniker werden schon mal ein Auge zudrücken wenn ihnen auffällt, dass es etwas wie die Carmagnola-Minze nicht gibt.

Kuriosum: Das Anbaugebiet der Minze, die in tic tac verarbeitet wird, liegt komplett im Piemont, was es zur perfekten Piemont-Minze machen würde. Aber das hatte man wohl schon woanders, wenn auch nicht ganz so richtig, verwendet.

7 Reaktionen zu “Carmagnola-Minze”

  1. Phillip

    Würde ein Mensch über zwölf Stunden mit regelmäßigem Tic-Tac-Konsum seinen Energiebedarf eines Tages decken, so müsste er gute 23.148 Tic Tacs pro Sekunde (!) verdrücken. Allerdings kann man davon ausgehen, dass hier wie immer KILOKALORIEN und nicht KALORIEN gemeint sind; von letzteren braucht ein Mensch nämlich zwei Millionen am Tag und nicht nur 2000.

    Aber wahrscheinlich hat ein Tic Tac 2 kcal und nicht 2 cal, also zweitausend Kalorien. Aber wenn ich den Mädels bei uns in der Studentenheimküche erzähle, dass ihr Diätschokoriegel hundertfünfzigtausend Kalorien hat, dann schauen sie auch immer recht blöd.

  2. K F M

    Wir wollen mehr Hallertauer Aromahopfen aus Byzantiner Königsnüssen!

  3. Ulrike

    Hallo Phillip,
    bei der Carmagnola Minze, lat. Name: Mentha spicata ‚Tic Tac‘, handelt es sich nicht um eine Pfefferminzart (Mentha piperita …) sondern um eine Speerminzart (Mentha spicata …)und sie ist genau so existent wie die, wegen ihres Aromas sehr geschätze Marrokanische Minze (lat. Mentha spicata ‚Marokko‘), die ebenfalls zu Unterart der Speerminzen zählt. Neben den Unterarten Pfefferminze und Speerminze gibt es noch viele weitere wie z.B. Wasserminze (Mentha aquatica …)und Grüne Minze (Mentha viridis …). Da ich selbst einige Menthas anbaue, kann ich Dir aus erster Hand versichern, dass sich nicht nur die Unterarten, sondern auch die Sorten nicht nur in ihrem Aroma (unterschiedlicher Gehalt verschiedener ätherischer Öle) sondern auch in ihrem Erscheinungsbild (Wuchsform und -größe, Blattform und -farbe und -äderung und -zahnung) unterscheiden.
    Mich persönlich interessiert nicht, welche Minze zur Herstellung vom Tic Tac verwendet wird. Schlichtweg falsch ist jedoch Deine Behauptung, die Carmagnola-Minze sei eine Erfindung des Herstellers und nicht existent.

  4. Phillip

    Hallo Ulrike!

    Dein Kommentar erklärt zwar, dass die Carmagnola-Minze keine Pfefferminz- sondern eine Speerminzart ist, aber nicht, ob es auch tatsächlich eine Speerminzspezies names Carmagnola gibt. Martin – und nicht ich, aber das nur am Rande – schreibt ganz klar, dass der Name Carmagnola-Minze eine Erfindung des Hersteller sei. Meines erachtens wurden hier nur Pfeffer- und Speerminze vertauscht.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Minze

    Wikipedia kennt übrigens auf dieser Seite keine Speerminze. Laut Wikipedia (hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCne_Minze) ist es ein anderer Name für Grüne Minze. Und auch von Unterarten ist dort nicht die Rede. Auf diversen Foren findet man zwar den Namen aber keinen Belegt, ob diese Art nun wirklich so heißt oder ob man sie dank Ferrero so nennt.

    Phillip

  5. ane

    Wiki ist ja wirklich sehr umfangreich und informativ, aber doch nicht von Gottvater persönlich geschrieben – sprich, es kann auch in Teilen unvollständig oder unkorrekt sein.

  6. Phillip

    Leider kann ich mir als Student nicht zu jedem Thema eine ‚richtige‘ Enzyklopädie kaufen :(. Ich bin an dieser Stelle dankbar für jede zuverlässige Quelle. Aber so wie es aussieht stehe ich mit Wikipedia immer noch als einziger da, der überhaupt irgendetetwas verwendet hat, um seine Aussage zu untermauern.

    Wo sind die Minzeexperten unter unseren Lesern? 🙂

  7. Caron

    Der Beitrag ist zwar alt, taucht aber prominent auf, wenn man nach dieser angeblichen Werbelüge sucht. Der Botanische Garten Bonn führt sie als Mentha spicata ‘Tic Tac’ jedenfalls auf:
    http://www.botgart.uni-bonn.de/o_samm/resultm.php

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