Use with caution!

Vor ein paar Wochen erhielt ich ein Mail von einer PR-Agentur in Deutschland. Man sei auf diesen Weblog aufmerksam geworden und da ich anscheinend gerne außergewöhnliche Werbekampagnen behandeln würde, sei ich (mit einigen anderen Auserwählten) ausgesucht worden, um als einer der Ersten über die Kampagne zum neuen Produkt von Diesel zu berichten. Weiteres würde ich unter www.nolegalization.com erfahren, einer Seite, die sich seit dem besagten Mail in eine bloße Weiterleitung auf die Produktseite gewandelt hat und das wohl auch besser so ist, immerhin konnte ich damals kaum etwas mit der etwas unhandlichen Seite anfangen. Aber zurück zum Thema.

So fühlte ich mich damals zwar geehrt, dass wir wohl als Blogger in der Werbewelt anscheinend durchaus Beachtung finden würden, wollte aber mit einem Bericht noch zuwarten, immerhin wurden im Mail weitere Infos versprochen und als Werbefläche für eine Produkteinführung wollte ich auf gar keinen Fall instrumentalisiert werden, wir werden ja nicht umsonst wegen unserer eher kritischen Haltung gelesen.

Das nächste Mail kam, diesmal etwas deutlicher. Es ging um „Fuel for Life“, das Parfum von Diesel, für das mittlerweile überall Werbung gemacht wird.

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Anbei waren damals Zugangsdaten für eine Seite, wo sich prinzipiell jede Menge Werbematerial (Bilder, PDFs, Videos) verbargen, nur viel Information suchte ich vergeblich. Ich wusste nicht so recht, was ich nun mit meiner angeblichen Schlüsselrolle anfangen sollte und da mir „weitere Überraschungen“ versprochen wurden, beschloss ich erneut untätig zu bleiben und die Sache weiter vor mir herzuschieben: zuerst viel Arbeit, dann endlich Urlaub, die Zeit zum Bloggen war ohnehin viel zu knapp. So fuhr ich in mit der einzigen Schreiberin hier in den Urlaub und überließ die Bloggerbelange anderen.

Als wir gestern wieder ankamen hätte ich die Mails längst vergessen, wäre da nicht tatsächlich eine „weitere Überraschung“ gewesen, ein Paket mit folgendem Inhalt:

Paket

Ein Exemplar „Fuel for Life“, dazu ein Schreiben, das mich zum Besitzer des Fläschchens erhebt, mit herzlichen Grüßen.

Auch wenn ich es nicht gerne zugebe und das sicher nicht ganz uneigennützig war, ich bin positiv überrascht. Zum einen, weil wohl ein relativ hohes Budget hinter der Aktion stecken muss, zum anderen, weil man sich hier wirklich Gedanken gemacht hat, was die Leute zum Bloggen animiert. Und überhaupt: wie viele Werbekampagnen gehen überhaupt auf die Welt der Blogger ein?

Während viele Unternehmen mit Klagen und Abmahnungen um sich werfen, wenn es um digitale Kritik geht, versuchen wohl immer mehr Werbende eine Strategie, die Blogger miteinbezieht und nicht so sehr dagegen ankämpft. Wenn man etwas nicht unterbinden kann, dann muss man eben versuchen, es zu beeinflussen. Sehr lobenswert, sehr im Interesse der Blogger. Auch wenn es nach Bestechung aussieht: für mich ist die Kampagne gelungen. (Und das Parfum riecht gar nicht schlecht ;)).

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