Sex ist gesund.

Die gesunde Wirkung von regelmäßigem Sex ist mittlerweile beinahe überall bekannt und wahrscheinlich nicht zuletzt deswegen auch oft zitiert („Ich fühl‘ mich krank…“ – „Sex ist gesund!“). Glücklicherweise kann heutzutage bedenkenlos darüber gesprochen (und geschrieben) werden. Das meiste Geld im Internet wird bei Weitem mit Sex umgesetzt. Es gibt unzählige Foren für allerlei Vorlieben und Nischen, die Werbewelt bombardiert uns förmlich mit Reizen, keine Frage: wir sind von Sex nur so umgeben.

Kritischer wird es, wenn es mal nicht mehr klappt mit der schönsten Nebenbeschäftigung der Welt. Da ist man plötzlich nicht mehr so offen, nicht mehr so kommunikativ, Mann schämt sich und spricht kaum darüber. Genau an dieser Stelle kommt ein sehr bekanntes Pharmaprodukt ins Spiel: Viagra. Pfizer, der Hersteller der blauen Wunderpille, hat seit der Markteinführung des Mittelchens schon zahlreiche Versuche unternommen, bis zu den potenziellen Anwendern vorzudringen, vor allem durch viel Werbung. Nun ist es ja nicht gerade so, dass man das Anwendungsgebiet der Arznei im Nachmittagsfernsehen detailgetreu erörtern dürfte, man ist also sehr auf mehr oder weniger doppeldeutige Botschaften angewiesen, die man vermitteln muss.

In Kanada versucht man es mit der Vorschlaghammermethode. Direkt ohne Umschweife zum Thema, Menschen schockieren, nur eben ein wenig zensiert:
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Subtiler, dafür aber nicht weniger eindrucksvoll und zum Schmunzeln ist die Idee in arabischsprachigen Ländern:
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Hier in Österreich, wo wir ja nachweislich Frühzünder in Sachen Sex sind, kann man die Sache etwas offener darstellen, wenn auch nicht weniger doppeldeutig, anders kann man die Beschriftung von Fahrradständern mit solchen Tafeln wohl kaum erklären:

Pfizer Werbung

Die Beschilderung ist natürlich nur Teil einer ganzen Kampagne, die den älteren (katholischen!) Semestern, die wohl eher nichts für den oben genannten statistischen Rekord getan haben aber trotzdem am ehesten Zielgruppe sind, die blaue Pille etwas näher bringen soll. Dazu gibt es auch noch einen Spot (der leider noch nicht digital verfügbar zu sein scheint, wird ggf. nachgereicht) und eine Homepage unter sexistgesund.at, die die Problematik eingehender erörtert. Grundaussage, man glaubt es kaum, ist, dass Sex gesund ist, die Pille wird nur als Mittel zum Zweck dargestellt.

Johann Wolfgang von Goethe kannte das Problem auch schon: „Der schönen Zeit gedenk ich, da alle Glieder gelenkig, bis auf eins. Die Zeiten sind vorüber, steif sind alle Glieder, bis auf eins.“ Nur für die Lösung von ebenjenem lebte der gute Mann runde zweihundert Jahre zu früh. Eine wahre Errungenschaft.

2 Reaktionen zu “Sex ist gesund.”

  1. Martin

    Für die Wiener, die die Fahrradständer gerne in Originalgröße sehen wollen: Am Schwarzenbergplatz gleich beim Café Schwarzenberg bin ich gestern an einem vorbeigelaufen. 🙂

  2. Oliver

    Werbung am „Puls“ der Zeit. Klasse Marketing Ideen von Viagra. Da verblaßt der Witz mit dem steifen Hals und der steckengebliebenen Tablette total. Respekt.

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