Kochen wie ein kleiner Chef

Chef Menü versucht derzeit sein Image etwas aufzumöbeln, was bei vorgekochtem Essen aus dem Supermarkt um die Ecke ja gar nicht so einfach ist. Die Idee ist gar nicht ohne, wenn auch nicht gerade neu: Ein von der Körperhöhe zu klein geratener Koch erklärt dem (natürlich wissbegierigen!) Werbekonsumenten, dass man auch gut (groß) kochen kann, wenn man nicht gut kochen kann – eben, indem man die Fertigprodukte verwendet. Der kleine Chef als großes (Koch-)Vorbild.

Da frage ich mich doch: Was hat laut Wahrigs „Deutsche Rechtschreibung“ der Vorgesetzte, Leiter, Geschäftsinhaber mit großem Kocherfolg zu tun? Aus dem Französischen kennen wir ja den Begriff des Chef de Cuisine oder Küchenchef, zweifelsohne wurde unser kleiner Kochfreund dorther ausgeliehen und musste dafür sprachlich das einbüßen, was ihn von der Bezeichnung her vom Geschäftsinhaber unterscheidet. Ist es wirklich so schwer, kurz darüber nachzudenken, ob ein ausgeliehenes, umgeformtes Wort eben durch diese Umformung nicht plötzlich eine andere Bedeutung hat?

Unter chefmenue.at kann man sich den kleinen Chef sogar mit Spots anschauen. Immerhin scheinen die Macher Humor zu haben: unter dem Menüpunkt „Werbung“ gibt es sogar Hoppalas! Da könnte man die Verwendung des Vorgesetzten als Küchenchef gleich auch mit einreihen.

2 Reaktionen zu “Kochen wie ein kleiner Chef”

  1. Phillip

    „Chef“ bedeutet auf englisch ebenfalls Chefkoch.

  2. Martin

    …und die haben es auch aus dem Französischen.

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