Max Factor und die Lippenendlichkeit

Wieder bietet uns die Schönheitsbranche Anlass zum Schmunzeln. Dieses Mal ist es ein Lippenstift, dessen Werbespot gleich mehrere unsinnige Formulierungen enthält.

Zum einen ist da der Name selbst. Lipfinity soll wohl eine Anspielung auf Infinity (engl. Unendlichkeit) sein. Doch lediglich die letzten sechs Buchstaben haben es in den Produktnamen geschafft und bilden nun das Wort Finity (engl. Endlichkeit). Ein Hoch der Ehrlichkeit an dieser Stelle, denn der Lippenstift wird die Lippen weder unendlich lang machen noch wird er unendlich lange halten.

Und dann gibt es noch die schöne Bemerkung über den Glanz kurz vor Ende des Spots. Er ist nämlich multidimensional! Das klingt doch einmal gut, aber was soll das eigentlich heißen? Wikipedia hat gleich mehrere Vorschläge, was eine Dimension denn sein könnte. Umgangssprachlich wird oft von Größendimensionen gesprochen. Lippen haben die Angewohnheit, in der Größe zumindest nicht so sehr zu variieren, dass man gleich von mehreren Größendimensionen sprechen würde. (Anm. d. Red.: Mir als Mathematikstudent läuft es bei dieser Formulierung kalt den Rücken hinunter.) Auch der Begriff aus der Semantik und die japanische Band werden wohl kaum gemeint sein.

Der Glanz kann bestenfalls mit Raumdimensionen zu tun haben, im dem sich die vom Lippenstift reflektierten Lichtwellen ausbreiten und das auch nur in drei (die Zeit als Dimension sei vernachlässigt). Über drei Dimensionen erstreckt sich aber alles, das um uns herum existiert, sogar Papier oder Blattgold. Es handelt sich also nicht wirklich um eine Eigenschaft, die erwähnenswert oder gar etwas Besonderes wäre.

Eine Reaktion zu “Max Factor und die Lippenendlichkeit”

  1. Werbewahn » Casting Crème Gloss Glossy Chocolates

    [...] Blinding Glitter Lipinfinity (Neuer Lipgloss, lässt ebenfalls Betrachter erblinden, ist die Anspielung durchgekommen?) Eisdiamantenschein blendende glänzende [...]

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