Fliegende Autos
Wie wir alle wissen, weiß es die Automobilindustrie ja eigentlich schon, wie man dem Kunden ein Produkt möglichst gut näherbringt. Und zwar durchaus witzig - man denke an Kampagnen wie Crashtest-Dummy Pierre bei Renault, den ich mir spätestens dann gemerkt habe, als mir etwa zehn lebensgroße Pierres (Menschen mit Verkleidung) in der Fußgängerzone um die Ecke begegneten oder die Werbungen für den VW Touareg. Oder man wählt die technische Schiene und demonstriert die Leistung oder ähnliche tolle Eigenschaften des Autos. Natürlich lässt sich das auch kombinieren.
Die Tatsache, dass Autowerbungen äußerst selten das Thema verfehlen hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass dahinter ein nicht unbeachtliches Budget steckt und sehr, sehr kreative Köpfe sich diesen Kampagnen widmen, die dann auch noch wirklich gut umgesetzt werden. Autowerbungen schauen meistens ziemlich teuer aus. So ist das auch beim Nissan Qashqai…
Auch hier wurde sicher ordentlich Geld investiert (bei der Namensfindung wahrscheinlich weniger, wie kommt man denn bitte auf ein gesprochenes “Kaschkai”, das sich kein Normalsterblicher merken kann?), allerdings hatte ich beim Sichten der Werbung mich im Hinterkopf, als ich es als Kind besonders lustig fand, genau das zu machen, was die Werbung zeigt: Sich aufs Auto stellen und eventuell auch noch ein bisschen herumhüpfen. Das Resultat war nie ein eingeparktes Auto wie in der Werbung sondern eher ein elterlicher Anpfiff erster Güte. Es wäre wirklich interessant, den Gesichtsausdruck des Händlers zu sehen, wenn man bei ihm die Probe aufs Exempel macht. Metall, das seine Form behält, wird nämlich meines Wissens (noch) nicht in Autos verbaut.
Ein paar Wochen später hatte ich dann ein Déjà -vu:
Wieder ein SUV, wieder Action, die im richtigen Leben schlicht nicht möglich ist (über den Dächern), wieder ein Name, den man sich nur schlecht (wenn auch etwas besser als “Kaschkai”) merken kann. Erst dachte ich an oben bereits erwähntes Auto und eine Weiterführung der Kampagne, bis man mich davon überzeugte, dass der Opel Antara ein anderes Auto ist (auch wenn es fast gleich ausschaut). Werbung mit herumfliegenden Autos ist anscheinend modern. Dummerweise weiß ich nicht, ob es bei beiden Spots die selbe Agentur war, die die Fäden zog, aber wenn ja, dann haben sie mit nur einer Idee einen wirklich guten Wurf gelandet. Finanziell zumindest.
Die Erkundung der Stadtgrenzen ist auch so eine Sache, immerhin springt unser Actionheld aus dem Auto in die Tiefe, macht ein paar Saltos und landet dann in einer Hängematte. Don’t try this at home.
//Nachtrag am 19. März 2007:
Auf meiner Suche nach guten Werbeblogs bin ich gerade über die Seite des Reklamebloggers und einen Artikel, der große Ähnlichkeit (sogar der Titel ist identisch!) mit diesem hier aufweist, gestolpert. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass wir keinesfalls kopiert haben. Vielmehr ist obiger Beitrag allein auf meinem Mist gewachsen. Trotzdem zeigt es vor allem eines: Ich bin nicht allein mit meiner Verwunderung. Zwei Idioten, ein Gedanke eben. Den Kollegen habe ich natürlich in die Blogroll gestopft.

18.03.2007, 19:00 Uhr
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