Die Bank, die zur Familie gehört.
Wenn ich zur Bank meines Vertrauens gehe, dann komme ich mir sehr selten wie bei meiner Familie vor. Meistens will ich Geld von ihnen, oder sie verlangen das Ihrige wieder zurück. Auf jeden Fall aber will ich, dass sie mir etwas erledigen. Es herrscht geschäftliche, misstrauische Stimmung.
Die Erste Bank und Sparkasse wirbt aber mit dem Slogan “Eine gute Bank ist ganz nah, die Beste gehört fast zur Familie!”. Immer verkörpert ein affiger anzugtragender Mittdreißiger die Bank (wo wir wieder einmal beim Thema der Personifizierung wären).
In den Werbungen sieht man zum Beispiel 2 junge Frauen, die einen teuren Urlaub buchen, der Reisebüro angestellte ist der Meinung der Anzugträger wolle auch mit in den Urlaub, bis ihn die Frauen aufklären, dass das ihre Bank sei.
Anderes Beispiel ist die junge erfolgreiche Hübsche, die einen roten Sportwagen kaufen will und der Verkäufer wiederum meint, der Anzugträger sei ihr Mann, bis er aufgeklärt wird und “die Bank” das Verkauft-Schild in den roten Flitzer legt.
Und dann wär da noch die gerade übersiedelte junge Frau, die von der neuen Nachbarin auf ihren Ehemann angesprochen wird, der wiederum der Anzugträger ist (der richtige Ehemann ist im Büro, erfahren wir dann).
Ich selber habe auch schon einen Urlaub gebucht und übersiedelt bin ich mittlerweile auch schon ein paar mal. Die Erfahrung mit dem Autokauf hab ich bisher nur miterlebt.
Aber eines kann ich mit Sicherheit sagen. Meine Bank, oder ein Vertreter davon, waren noch nie dabei. Die haben uns nicht die Entscheidung abgenommen, ob wir das Auto kaufen sollen, die haben mir nicht beim Aus- und Einräumen geholfen, als ich übersiedelt bin und die waren nicht dabei, als ich meinen Urlaub gebucht habe.
Und ganz ehrlich, bis auf den Umzug, wo jede helfende Hand gut war, bin ich auch froh, dass meine Bank nicht so gut ist, dass sie fast zur Familie gehört und immer dabei ist. Ich entscheide ganz gerne einmal für mich und habe dann das Gefühl, dass ich mir das selber verdient habe, mit meinem eigenen Geld. Das zahlt mir nicht die Bank. Das habe ich mir verdient!

16.03.2007, 18:18 Uhr
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