Fehler, die nicht passieren dürfen.

Eigentlich greifen wir in unseren Beiträgen nur selten in die Vergangenheit zurück, weil wir eine Kommentierung des aktuellen Geschehens in der Werbewelt für sinnvoller halten. Andererseits soll dieser Blog auch irgendwann eine recht umfangreiche Sammlung solcher Kommentare sein, weswegen uns gelegentliche Rückgriffe in die Vergangenheit angesichts unseres kurzen Bestehens wohl erlaubt sein mögen und auch müssen. Leser, die diese Kuriositäten schon kennen (das Internet ist klein), dürfen sich das Lesen in diesen Fällen natürlich sparen – oder sich noch einmal dazu äußern.

Zeit für einen solchen Rückgriff ist vor allem dann, wenn eine Entdeckung so haarsträubend ist wie der Anlass dieses Eintrags. Am 21. Januar des vergangenen Jahres (2006) druckte und lieferte die Landeszeitung Lüneburg in ihrer Sonntagsausgabe folgende Seite (klick vergrößert):

:runter:

Unschwer zu erkennen ist der Artikel über Verbrechen im Zeichen des Nationalsozialismus – unter anderem durch das Bild des Vernichtungslagers Auschwitz. Dafür, dass man unmittelbar daneben eine Werbeanzeige für einen großen Gaslieferanten druckt, dafür gibt es eigentlich keine vernünftigen Worte.

Man muss oben besagter Zeitung immerhin zugute halten, dass diese Anordnung wohl auf einem einfachen Versehen beruht:

„Guten Tag,

Leider haben wir uns tatsächlich den bösen Fehler erlaubt, einen Bericht über das fast vergessene Kapitel der Verfolgung der Lüneburger Sinti über die Werbung eines Energieversorgers mit einem in dem Zusammenhang verfänglichen Slogan zu stellen.
Die inhaltliche Aussage der Anzeige war schlicht übersehen worden.
Durch diesen Fehler wurde leider auch die Intention des Artikels konterkariert.
Wir haben uns in der darauffolgenden Ausgabe bei unseren Lesern für den Fehler entschuldigt.

MfG
Joachim Z******
Chef vom Dienst“

Trotzdem bleibt es ein Fehler, der einfach nicht passieren darf. Und schon gar nicht im Zusammenhang mit Werbung.

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