Der Hausverstand
Die Supermarktkette Billa hat seit Anfang des Jahres ihre Werbe- und Verkaufsstrategie völlig neu gestaltet.
Ihr Ziel ist es, laut Pressetext, dem Kunden gesunde Ernährung zu erschwinglichen Preisen zu bieten. Das ist ja keine schlechte Idee. Dass Billa in diesem Zuge ihre Verkaufsräume umgestalten will und das Personal neu einkleiden will ist auch gut.
Auch die Werbung wurde dem neuen Konzept angepasst. Ein adrett gekleideter Herr, der sich als dein Hausverstand vorstellt, erklärt nun in allen möglichen Lebenssituationen, dass gesunde Ernährung wichtig ist und das es die bei Billa zu kaufen gibt.
Mir kommen dazu ein paar Gedanken.
1. Bei mir hinterlässt Billa immer so einen komischen Nachgeschmack nach billig, dreckigen Verkaufsräumen und eher dürftigem Sortiment. Ich kann mein Gefühl nicht begründen, aber ich gehe sehr ungern - darum auch sehr selten - bei Billa einkaufen. Und ich war noch nie in einem wirklich schönen Billa, wo ich mir nicht ein bisschen wie bei Hofer (Aldi) vorgekommen bin.
2. Warum ist der Hausverstand männlich? Ich möchte gleich sagen, dass ich keine der Verfechterinnen des Gender-Mainstreaming bin und auch keineswegs rigorose feministische Züge an mir habe. Aber interessant und vielleicht ein bisschen provokant von Billa ist es schon, den Hausverstand in einen männlichen Körper zu stecken (wo wir wieder beim beliebten Thema der Personifizierung sind). Die Idee an sich ist gelungen, jeder kennt die Bemerkungen des Hausverstandes vom eigenen Hausverstand und auch die Werbungen sind gut gemacht. Allerdings habe ich persönlich bisher nur negative Kommentare zu den Werbungen gehört, sogar in Tageszeitungen und dergleichen.
3.Gesunde Lebensmittel zu erschwinglichen Preisen. Damit hat doch Hofer (Aldi) vor kurzem auch geworben. Ich glaube, diese Masche zieht beim Kunden nicht mehr wirklich. Mittlerweile kann man überall gesunde Lebensmittel kaufen, ohne gleich Apothekenpreise dafür zu bezahlen.
Ich finde die Werbung gelungen, aber kann mir nicht vorstellen, dass das den gewünschten Erfolg für Billa bringt.

20.02.2007, 15:05 Uhr
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Am 22. Februar 2007 um 11:34 Uhr
Wenn man von der Werbung für Billa absieht, ist die sache mit dem Hausverstand eine durchaus begrüßenswerte Offensive. Wie er sagt: der Hausverstand wird viel zu selten gefragt…
Am 28. Februar 2007 um 11:46 Uhr
Das Problem ist, dass es auf diesem Erdenrund nunmal nur zwei verschiedene Geschlechter gibt und für eines muss man sich entscheiden. Dann wäre es für wieder andere Personen eben sehr ‘provokant’ gewesen, wäre als Hausverstandallegorie eine Frau zu sehen gewesen.
Die beste Lösung wäre ja vielleicht gewesen, jedem über gesunde Ernährung grübelnden Menschen,einen gleichgeschlechtlichen Hausverstand zu verpassen. Dann könnte sich allerdings das Bild des sympathischen Rollkragenträgers nicht so sehr in den Köpfen festsetzen, weil er sich den Platz mit einer adretten Dame teilen müsste.
Des weiteren hat Billas Werbeabteilung sicherlich auch mit Absicht jemanden gewählt, der meinem früheren Englischprofessor ungemein ähnlich sieht.
Am 28. Februar 2007 um 19:51 Uhr
Vorsicht sexistische Theorie: Der Hausverstand ist männlich, weil Frauen eher einkaufen gehen als Männer und er deswegen die Zielgruppe eher anspricht.
Am 1. März 2007 um 12:25 Uhr
Deine Freundin ist eine Frau und hat sich darüber aufgeregt, dass er ein Mann ist. Ob das wirklich der Grund ist? Als Mathematiker suche ich immer nach einfachen und möglichst logischen Erklärungen. Es heißt DER Hausverstand, er ist Männlich. Durch den Artikel ist er auch in unseren Köpfen männlich.
Am 3. März 2007 um 11:47 Uhr
Ich habe mich nicht aufgeregt, der es ein Mann ist. Er bringt die Rolle des Hausverstandes überzeugender herüber, als irgend eine Frau. Das ist eben so. Und das ist auch ok so. Ich habe nur die Problematik aufgezeigt, die vielleicht viele Menschen darin sehen.
Am 1. April 2007 um 19:05 Uhr
[...] im Fernsehen anzutreffenden Hausverstanden wurde ja bereits verschiedentlich behandelt (z.B. bei Werbewahn oder auch [...]
Am 30. Oktober 2007 um 19:50 Uhr
[...] zu sagen: Wer sich nicht sicher ist, ob er nun Pillen futtern soll oder nicht, dem sei der Rat des Hausverstands (in neuer Werbung) ans Herz gelegt: An apple a day keeps the doctor [...]