Perlenproteine?

Als ich das erste Mal diese Werbung sah, glaubte ich wieder einmal, mich verhört zu haben. Aber das ist ja schon nichts Neues mehr und bisher hatte ich noch jedes Mal richtig gehört, wenn mich dieses Gefühl beschlichen hatte.

L’Oréal wirbt für sein neues Haarpflegeprodukt Nutri-Gloss seit geraumer Zeit damit, dass darin Perlenproteine enthalten sind. Man sieht dann in der Werbung computeranimierte Perlen über den Bildschirm sausen und im Haar der - zugegeben wirklich attraktiven - Frau verschwinden, worauf diese von einem unglaublichen Glanz erleuchtet werden. Die Herstellerseite ist übrigens nicht wirklich vielsagend, wenn man nach Informationen über die Wirkungsweise oder die Inhaltsstoffe dieser Pflegeserie sucht. Es erscheint eine weiße Box ohne Inhalt mit dem Produktnamen als Überschrift.

Doch als Werbewahn-Autor musste ich einfach etwas suchen, das nicht so ganz stimmig war, und ich wurde fündig.

Die Zusammensetzung von Perlen, so habe ich in Erfahrung bringen können, ist tatsächlich nicht auf Permut, also eigentlich Kalk, beschränkt. Viel mehr sind auch Wasser und Proteine (Hauptbestandteil: Conchiolin, da klingt Perlenprotein(e) doch wirklich besser!), das die ganze Geschichte zusammenhält, darin enthalten. Soweit ist die Werbung also richtig. Wo es aber interessant wird, ist die Tatsache mit dem Glanz. Der Glanz einer Perle - auch Lüster genannt - wird durch Lichtreflexion und -brechung an den Perlmutplättchen und den Wassermolekülen verursacht. Das Protein selbst glänzt also nicht im geringsten, es hält die glänzende Konstruktion lediglich zusammen.

Aber da wir hier sachlich und fair sind, muss man L’Oréal etwas zugute halten. Ich habe bei meinen Recherchen keine schlechte Kritik oder Internetplattformen zur Vereinigung unzufriedener Kunden gefunden. Und wenn man diesem Bloggerkollegen hier glauben kann, so scheint es auch tatsächlich zu funktionieren. Die Unternehmen werden auch kaum Millionen Euro im Jahr für Forschung ausgeben, deren Ergebnisse zu nichts gut sind. Aufschluss gibt wohl nur der Selbstversuch, zu dem mir sowohl das Kleingeld als auch die Motivation fehlen.

Die Herrschaften von L’Oréal sind übrigens nicht die einzigen, welche die Perlenproteine für sich entdeckt haben. Auch Nivea ist bereits auf den Zug aufgesprungen und pflegt damit die Achselhöhlen. Wer weiß, vielleicht bekommt man als Nebenwirkung ja - sofern nicht rasiert - wunderschön glänzende Achselhaare.

8 Reaktionen zu “Perlenproteine?”

  1. Anna

    ich werde dir den gefallen tun und die perlenproteine also shampoo ausprobieren. dann berichte ich dir :)

  2. Tini

    Also ich hab das vor einiger Zeit mal ausprobiert, als ich auf der Suche nach geeigneten Pflegemitteln für meine widerspenstigen Haare war. Mir persönlich hat es nichts gebracht. Die Haare waren immer noch strohig und Glanz war auch nicht da. Ich muss aber sagen, dass meine Haare echt ein schwerer Fall sind.
    Letztendlich bin ich bei professionellen Produkten vom Friseur gelandet, die ich jetzt schon fast 1 Jahr anwende. Die sind zwar teurer als die aus der Drogerie, halten aber sehr lange, weil man nur kleine Mengen benötigt und ich bin endlich mal zufrieden mit meinen Haaren.

    Schwieriger ist es jedoch, die Verwandten davon abzubringen, mir immer wieder Haarpflegeprodukte aus der Drogerie zu schenken. Besonders beliebt bei den Schwiegereltern und -omis, weil sie sonst nicht wissen, was sie einem schenken sollen. Jetzt hab ich ne ganze Schublade voll Shampoos, und stell die immer meinem Freund hin, weil das seinen Haaren egal ist, wie sie gewaschen werden. Aber irgendwie wirds nicht weniger.

    Sorry für den langen Kommentar. Musste ich mal loswerden.

  3. Phillip

    Lange Kommentare sind doch nichts schlimmes. Nur immer weiter so! Ja und Männerhaare sind wirklich genügsam in er Hinsicht, vielleicht liegt es daran, dass sie fast nie älter als ein bis zwei Monate werden. :)

    Phillip

  4. Anna

    Was hast du denn für Haare, Tini? Aber ich hab den Shampoo schon vor Wochen mal gekauf, weil er im Angebot war… Desshalb werde ich ihn sicherlich ausprobieren ;)

  5. Al'be:do

    Nicht nur die Haare leiden unter so manchem Shampoo, sondern vor allen Dingen auch die Kopfhaut. Selbst das beste Anti-Schuppen-Shampoo sorgt bei zu regelmäßigem Gebrauch wiederum für Schuppen.

  6. Tini

    Meine Haare sind etwa schulterlang. Hauptsächliches Merkmal: sehr trocken und fein und Naturlocken (ich hasse sie, denn ohne Fönen seh ich immer aus wie ein Pudel). Ich färbe so ca. aller zwei bis drei Monate (immer dann, wenn mich der Ansatz stört).
    Aber wie gesagt, ich bin mit den professionellen Produkten total zufrieden.
    Hab Shampoo und ne Maske gegen trockene Haare. Neuerdings hab ich auch noch ne Fönlotion, die sehr gut ist. Hinterher noch n bissl Wachs aus der Drogerie rein und fertig. Da seh ich immer aus, wie frisch vom Friseur.

    @Anna: Ich sag ja nicht, dass du es nicht ausprobieren sollst. Nur, dass es mir persönlich nichts gebracht hat. Vielleicht klappts bei dir besser. Ich drück dir auf alle Fälle die Daumen.

  7. Anna

    Na dann haben wir ungefähr die selbern Haare. Nur, dass meine nicht fein sind, sondern auch noch dick…

    Ich weiß, dass viele Shampoos der Kopfhaut schaden, darum wechsle ich mit jeder neuen Tube auch die Marke des Shampoos. Nur hab ich bisher noch nichts entdeckt, was meinen Haaren wirklich gut getan hätte.

  8. Werbewahn » Nochmal Aktiv.

    [...] wir über ersteres schon ausführlich philosophiert und auch schon über die Rolle von Perlen in der Schönheitsindustrie berichtet haben, bleibt doch eines ziemlich schleierhaft: Was ist [...]

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