Cerealien

Eine weitere Erfindung der Werbeindustrie sind die berühmten Cerealien, die neuerdings in sämtlichen Cornflakespackungen und gelegentlich auch in Müsliriegeln bis hin zu Duplo und Kinder country (dort sogar mit Frühstücks-Cerealien!) mitgeliefert werden sollen.

Das halte ich für befremdlich, sind die Cerealien (richtiger: Cerialia) doch die Festlichkeiten zu Ehren der altrömischen Ackerbau- und Wachstumsgöttin Ceres. Wie kommt nun dieses alte Fest auf unseren Frühstückstisch? Ganz einfach: Die Werbeleute haben sich beim englischen “Cereals” bedient, die Sprachsuppe durch das Anhängsel -ien etwas eingedeutscht und als neuartige Errungenschaft wiederverkauft. Dabei kennen wir Müsli, die deutsche Bedeutung von “Cereals, seit über 100 Jahren (zumindest das klassische Birchermüsli), die zweite Bedeutung, nämlich Getreide, dessen englische Bezeichnung wohl auf den Namen der Göttin zurückzuführen ist, schon deutlich länger.

5 Reaktionen zu “Cerealien”

  1. FastJack

    Der Gedankengang muß ungefähr so gewesen sein: Wie verkaufe ich den hippen coolen Kids von heute Müsli? Müsli will keiner haben, das klingt nach langen Haaren, Jesuslatschen und ungewaschenen Öko-Hippies. Also muß ein neues Wort her.

    Ich denke, daß “Cerealien” ein Fehlgriff ist. Zu unhandlich, zu lang, nicht englisch genug und vor allem klingt nicht cool. :)

  2. Matthias

    Und dabei ist “Müsli” so ein hübsches Wort… ;)

  3. Albedo

    Laut Wahrig bedeutet Zerealien bzw. Cerealien auch Feldfrüchte, bes. Getreide.

    Trotdem ist dies eines meiner meistgehassten Werbewörter ‘aller Zeiten’ ;)

  4. Albedo

    Ups, da habe ich nicht richtig gelesen, entschuldige. Du hattest die zweite Bedeutung schon erwähnt. Ich bin wohl zu müde zum lesen.

  5. Werbewahn - Blog über den ganz normalen Wahnsinn aus der Welt der Werbung » Übersetzungsfehler

    [...] die Werbeleute treten können. Doch während wir im deutschsprachigen Raum bestenfalls mit Wortimporten aus dem Englischen oder verschleiernden Wortschöpfungen zu kämpfen haben, haben die chinesischen Werbeleute [...]

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