Bald kommt das Christkind, oder doch nicht?

Wenn man den Werbespots glauben schenken kann, ist das Christkind in Österreich zurückgetreten und hat seinen Posten an den Weihnachtsmann überreicht. Vielleicht haben Weihnachtsmann und Christkind auch fusioniert und das Christkind musste seinen Namen und sein Auftreten einfach aus marketingtechnischen Gründen ändern. Möglicherweise wurde auch einfach standardisiert und rationalisiert im Hause Weihnachten und zwecks einfacherer Ausrüstung mit der bekannten irgendeiner bekannten Tracht wurden sämtliche Weihnachtsmänner und wohl auch Christkinder auf gleiche Größe, gleiches Gewicht und gleichen Haarwuchs samt Farbe genormt.

Nebenbei versucht uns die Fa. Weihnachten auch noch von überall her einzureden, was denn unseren Mitmenschen am besten gefallen werde. Natürlich, mein Fernseher weiß auch was im Irak passiert, da ist es doch ein Klacks, das Lieblingsparfum meiner Freundin, das beste Handy für meinen Bruder oder auch die dringend benötigte fetzige Weihnachts-CD für meine Mutter zu kennen. UND Weihnachten hat den Durchblick im Tarifdschungel jeder Art (!), es kennt gleich mehrere günstigste!

Weihnachten ist also heutzutage nicht nur standardisiert sondern sendet auch noch eine Welle des Allwissens durch die Reihen der Werbeindustrie. Wirklich großzügig.

Nebenbei sei noch angemerkt: Auch wenn ich keine großen Stücke auf die Kirche und ihre Geschichte Lügen halte, so ist es doch verwunderlich, dass das sprichwörtliche Christkind ein Mädchen ist und noch skurriler die Tatsache, dass es trotz orientalischer Abstammung blond und blauäugig sein soll, wenn man der Fa. Weihnachten glauben schenken kann. Die einzige Begegnung mit ebendiesem Kind in der Werbung, die mir bisher in Erinnerung ist, zeigt übrigens auch, dass es in den letzten 2000 Jahren zu einer attraktiven und nur leicht bekleideten – in Israel ist es ja warm, geht also in Ordung – jungen Frau herangewachsen ist.

Eine Reaktion zu “Bald kommt das Christkind, oder doch nicht?”

  1. Werbewahn » Weihnachtsmänner und die 3 Könige…

    […] Weihnachtlich angehauchte Werbung sind wir ja mittlerweile gewissermaßen gewohnt – der Kollege hat sich ja hier auch schon darüber etwas ausgelassen. Nur noch fünf mal schlafen, hat das Radio heute verlautbart. Und auch im Fernsehen bleiben wir vor solcherlei wichtigen Informationen nicht verschont. Es kann ja nicht sein, dass wir das Jahr mit Rücklagen auf dem Bankkonto beginnen, anstatt sie bei einem Händler zu lassen. […]

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