Weihnachtswahn

Weihnachten steht wieder einmal vor der Tür. Und mit dem Fest auch der Verkaufsrausch sämtlicher Händler, die ihr mieses Jahresbudget noch schnell mit dem Weihnachtsgeschäft aufbessern möchten. Dummerweise kommt die Erkenntnis über das miese Jahresbudget bereits im September, sodass wir schon im Oktober mit den ersten Weihnachtsdekorationen überfallen werden. Dass Weihnachten eigentlich ein ruhiges, besinnliches Fest sein soll, wird dabei geflissentlich übersehen, je näher Weihnachten kommt, desto aufdringlicher werden die Verkaufsversuche. Während wir im Oktober nur einen großen Bogen um die weihnachtlich dekorierte Verkaufsinsel machen müssen, ist man im Dezember schon froh darüber, wenn man noch einen Pfad zwischen Nikoläusen, Christbaumschmuck, Dekorationsgegenständen und vor allem „Sonderangeboten“ findet, den man entlangschlängeln kann, um seine eigentlichen Besorgungen zu erledigen.

Sollte man dann unter größten Qualen doch entscheiden, dass kein Weg um die Dekorationsflut herumführt, so darf man unter gar keinen Umständen auf den MP3-Player vergessen. Nach zwei Monaten Zwangsbeschallung mit Wham!s Last Christmas jährlich nervt es nämlich einfach. Ich jedenfalls bekomme schon Kopfweh, wenn ich nur daran denke, deshalb schalte ich auch das Radio gar nicht mehr ein. Matthias jedenfalls ist da mit mir einer Meinung.

Und sollte gar nichts mehr helfen, die Läden vollzubekommen, so wird das letzte Restbudget eben in Werbung investiert. Mittlerweile gibt es fast kein Produkt und keine Marke mehr, die nicht mit irgendeinem weihnachtlich angehauchten (oder angestürmten) Spot oder Plakat beworben werden. Gut, der Coca-Cola-LKW mit dem Weihnachtsmann gehört ja noch irgendwie dazu, aber warum in aller Welt muss Waschmittel beispielsweise etwas mit Weihnachten zu tun haben? Oder Klamotten [wenn es nicht gerade ein Nikolausgewand ist]? Hauptsache wir werden permanent und überall erinnert, dass bald Weihnachten ist und wir deswegen viel Geld ausgeben sollen.

Liebe Werbeleute, mittlerweile wissen wir das. Ihr dürft gerne aufhören!

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