Schnell, schnello, chello!

Ein gewisser österreichischer Provider wirbt derzeit mit einem besonders kreativen Leitspruch:

Schnell, schnello, chello!

Damit soll dem vermeintlichen Kunden versichert werden, dass chello eben besonders schnell ist. Eben schnello. Nun habe ich grundsätzlich nichts dagegen, dass die Sprache etwas verzerrt wird, wenn man auf eine Tatsache hinweisen möchte (wobei sich an dieser Stelle nun darüber streiten lässt, ob chello wirklich so schnell ist, aber das ist Thema eines Providerblogs). Jedenfalls überschreitet zwar schon das die Schmerzgrenze, geht aber irgendwie noch durch (muss die Abhärtung sein).

Es verhält sich mit chello aber in etwa so, wie mit Alice, nur penetranter. Konkret sieht man in der Werbung (und leider auch auf tausenden Plakaten…) jemanden, der sich eine Pizza bestellt, der Bote sofort da ist und er das Geschehen mit “Das ging aber chello!” kommentiert. Oder der Arzt mit der Spritze - “Keine Angst, das geht doch ganz chello!”. Und immer wieder: “Schnell, schnello, chello!”. Gestern habe ich in der Uni erstmals jemanden sagen gehört, dass irgendetwas doch eh chello gehen würde. Und da hört der Spaß auf. Da ist die Grenze. Man kann Sprache vergewaltigen, auspeitschen und auf den Kopf stellen, aber wenn einem solche Grausamkeiten (nicht nur auf Plakaten) auf offener Straße begegnen ist Ende. Dann tut es nämlich weh.

Liebe Leute von chello, erlöst uns doch bitte von diesem grausamen Slogan und kehrt wieder zurück zu diesem abgekupferten Fisch-namens-Nemo-Plagiat, das seinen Kameraden im Aquarium erklärt, wie schön schnell chello doch ist. Das ist zwar nicht weniger nervig, aber auf jeden Fall weniger grausam anzusehen oder -hören.

Eine Reaktion zu “Schnell, schnello, chello!”

  1. Werbewahn - Wahnsinn aus der Welt der Werbung » Das will jeder!

    [...] Lieblingsanbieter von Internetverbindungen hat sich (wahrscheinlich nur kurz) von seinem alten Slogan getrennt und wirbt jetzt neuerdings mit “Das will jeder: 3 Monate chello [...]

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